Veröffentlichungsdatum: 24.03.2026
Die Vorschriften zur Freizeitfischerei auf See in Frankreich haben sich in den letzten Jahren schrittweise weiterentwickelt. Im Jahr 2026 wird mit dem Inkrafttreten der RecFishing-App ein neuer Meilenstein erreicht: Sie führt eine Registrierungs- und Meldepflicht für Millionen von französischen Anglerinnen und Anglern ein.
RecFishing 2026: Was für die Freizeitfischerei auf See verpflichtend wird
RecFishing-App: Wer muss sich registrieren?
In Frankreich gibt es rund 2,5 Millionen Freizeitangler auf See. Die Registrierung über die RecFishing-App ist für alle Freizeitangler auf See ab 16 Jahren verpflichtend.
Betroffen sind:
- Angler an Bord eines Freizeitbootes
- Angler, die vom Ufer aus fischen
- Sowohl gelegentliche als auch regelmäßige Freizeitangler
- Anhänger des Catch-and-Release
Die Pflicht gilt unabhängig von der Häufigkeit des Angelns oder der Fangmenge: Jede Person ab 16 Jahren, die Freizeitfischerei auf See betreibt, muss sich jährlich registrieren.
Ab wann gilt die Pflicht?
Die Registrierungs- und Meldepflicht ist am 12. Februar 2026 in Kraft getreten. Der Rechtsrahmen ist nun verbindlich, und Kontrollen können sowohl auf See als auch an Land durchgeführt werden.
Allerdings wird das Jahr 2026 von den Behörden als „Lernphase“ betrachtet: Ziel des ersten Jahres ist es, die Angler bei der Eingewöhnung in das digitale RecFishing-Tool zu begleiten.
Was sind die Gründe für diese neue Regelung?
Die Weiterentwicklung der Vorschriften zur Freizeitfischerei auf See zielt darauf ab, das Management der Fischereiressourcen auf europäischer Ebene zu verbessern — insbesondere durch die Überwachung der Fänge von Freizeitanglern. Bislang waren die Daten zur gewerblichen Fischerei gut dokumentiert, während die Auswirkungen der Freizeitfischerei weitgehend auf Schätzungen beruhten.
Für die Behörden besteht das Ziel darin, die wissenschaftliche Kenntnis der tatsächlichen Fangmengen zu verbessern, um die Bestandsmanagementmaßnahmen entsprechend anpassen zu können.
Welche Arten müssen in der RecFishing-App gemeldet werden?
Ein zentraler Aspekt der Regelung betrifft die verpflichtende Meldung von Fängen sogenannter sensibler Arten.
Die Liste der von RecFishing erfassten Arten
Derzeit unterliegen mehrere Arten der Meldepflicht über die RecFishing-App, darunter:
- Wolfsbarsch
- Pollack
- Blauflossen-Thunfisch
- Rotbrasse

Diese Liste kann sich je nach Bestandssituation und nationalen oder europäischen Entscheidungen ändern. Wir empfehlen, vor jeder Angelausfahrt auf See die offiziellen Aktualisierungen in der App zu überprüfen.
⚠️ Hinweis: Bestimmte Arten wie der Wolfsbarsch im Nordostatlantik, der Pollack und der Blauflossen-Thunfisch unterlagen bereits spezifischen Fanggenehmigungen, Quoten, Mindestmaßen und Schonzeiten. Die neue Meldepflicht für die Freizeitfischerei ergänzt die bereits geltenden Regelungen.
Meldung bei Fang und Rückwurf (Catch-and-Release)
Fragen Sie sich als Freizeitangler, ob Sie auch bei einem Rückwurf oder beim Catch-and-Release eine Meldung abgeben müssen? Die Antwort lautet ja!
Die Meldung und Registrierung in der App sind für jeden Fang einer betroffenen Art verpflichtend — unabhängig davon, ob der Fisch behalten oder zurückgesetzt wird. Für Bootsfahrer, die im Ärmelkanal, im Atlantik oder im Mittelmeer Catch-and-Release betreiben, bedeutet dies eine neue Routine.

Wie registriert und nutzt man die RecFishing-App?
Die RecFishing-App wurde entwickelt, um den neuen Pflichten im Bereich der Freizeitfischerei auf See gerecht zu werden. Sie bündelt sowohl die jährliche Registrierung der Angler als auch die Meldung von Fängen sensibler Arten.
Die Nutzung erfolgt in zwei Schritten: zunächst die Registrierung, dann die Fangmeldung für jede Angelsession.
Jährliche Registrierung: die einzelnen Schritte
Die Registrierung ist für alle Freizeitangler auf See ab 16 Jahren verpflichtend.
Der Vorgang erfolgt online:
- Erstellung eines persönlichen Kontos über die App
- Eingabe der persönlichen Daten
- Bestätigung der Registrierung
Die Registrierung ist kostenlos und gilt für ein Kalenderjahr. Sie muss jährlich erneuert werden. Bei einer Kontrolle auf See kann die Registrierungsbestätigung von den zuständigen Behörden verlangt werden.
💡 Gut zu wissen: Für Bootsfahrer kann es sinnvoll sein, sicherzustellen, dass jedes Crewmitglied, das angelt, individuell registriert ist!
Tägliche Fangmeldungen
Nach der Registrierung verfügt jeder Angler über ein persönliches Konto, über das er seine Meldungen abgeben kann. Meldungen betreffen ausschließlich die als sensibel eingestuften Arten (siehe oben) und müssen am Tag des Angelns eingereicht werden.
Jeder Fang muss in der App erfasst werden — unabhängig davon, ob er behalten oder zurückgesetzt wird. Die Eingabe umfasst in der Regel:
- Die gefangene Art
- Die Anzahl der Individuen
- Das Fanggebiet
- Das Datum
⚠️ Hinweis:
- An Bord eines Freizeitfischbootes ist jeder Angler für seine eigene Meldung verantwortlich. Ein einzelnes Crewmitglied kann nicht für alle anderen melden.
- Angler werden gebeten, ähnlich aussehende Arten nicht zu verwechseln.
- Jeder Angler muss sicherstellen, dass er am Tag des Fangs meldet — die Meldung darf nicht auf den nächsten Tag verschoben werden.

Welche Sanktionen drohen bei Nichteinhaltung?
Das Jahr 2026 wurde als „Begleitphase“ ausgewiesen, um Freizeitanglern die Anpassung an die neuen Vorschriften zu erleichtern. Die Registrierungs- und Meldepflicht ist jedoch bereits in Kraft.
Kontrollen können auf See durch die Seebehörden oder an Land bei der Rückkehr in den Hafen durchgeführt werden. Bei einer Kontrolle können folgende Verstöße festgestellt werden:
- Fehlende jährliche Registrierung
- Unterlassene Meldung eines Fangs einer sensiblen Art
- Unvollständige oder fehlerhafte Meldung
Bei Nichteinhaltung der Pflichten können Verwaltungssanktionen und Bußgelder gemäß dem französischen Agrar- und Seefischereigesetzbuch verhängt werden.
Was diese neue Regelung für Bootsfahrer bedeutet
In mehreren Trockenlagerhäfen unseres französischen Netzwerks — Port Adhoc Paimpol, Port Adhoc Soubise, Port Adhoc Bayonne Anglet und Port Adhoc Leucate — praktizieren viele Bootsfahrer das ganze Jahr über die Angelfischerei von Bord.
Sowohl für Stammgäste als auch für Gelegenheitsbesucher bringt die Einführung von RecFishing eine neue Organisation mit sich: aufgeladenes Handy, geprüfte Jahresregistrierung, kontrollierte Meldungen vor der Rückkehr zum Liegeplatz, verfügbare Verbindung im Hafen… Vorausplanung wird zum entscheidenden Faktor.
Häufig gestellte Fragen zur RecFishing-App
Wie kann man RecFishing herunterladen?
Die App ist kostenlos für iOS und Android erhältlich.
Ist die Registrierung kostenpflichtig?
Nein. Die jährliche Registrierung über die RecFishing-App ist für alle kostenlos. Es handelt sich in keiner Weise um einen kostenpflichtigen Angelschein.
Muss ich eine Meldung abgeben, wenn ich nichts gefangen habe?
Die jährliche Registrierung ist verpflichtend, sobald Sie Freizeitfischerei auf See betreiben und 16 Jahre oder älter sind — auch wenn Sie im Laufe des Jahres keinen Fang machen.
Tägliche Meldungen betreffen ausschließlich sensible Arten — ob behalten oder zurückgesetzt. Wenn bei einem Ausflug keine betroffene Art gefangen wurde, ist für diese Ausfahrt keine Meldung erforderlich.
Sind meine Daten vertraulich?
Die erfassten Informationen dienen der wissenschaftlichen Überwachung der Meeresressourcen. Sie werden nicht für steuerliche Zwecke verwendet. Das Ziel dieser neuen Regelung ist die Verbesserung des nachhaltigen Bestandsmanagements — nicht die Überwachung individueller Gewohnheiten über den regulatorischen Rahmen hinaus.
Ersetzt RecFishing den Bootsführerschein?
Nein. Die RecFishing-Registrierung ist vollständig unabhängig vom Bootsführerschein. Ein Seeschein bleibt gemäß den geltenden Vorschriften für die Führung eines motorisierten Fahrzeugs obligatorisch. RecFishing betrifft ausschließlich die Ausübung der Freizeitfischerei auf See.